Wir bieten betagten und hilfsbedürftigen Menschen ein Daheim.



59 helle, freundliche Einzelzimmer in verschiedenen Grössen mit traumhafter Aussicht auf die Stadt und die Berge können individuell auf die Bedürfnisse der Bewohnenden gemütlich eingerichtet werden. Acht Doppelzimmer stehen zur Verfügung für Menschen die nicht gerne alleine wohnen, Ehepaare oder Menschen welche nur kurze Zeit unsere Unterstützung beanspruchen. Diverse Gemeinschaftsräume wie ein kleines Stübli auf der Abteilung, das Fernsehzimmer oder die Cafeteria bieten Möglichkeiten zum gemeinsamen Jass, Kaffee und Tee geniessen oder einfach die Gemeinschaft erleben. Die Sonnenterrasse lädt vor allem in den warmen Monaten ein zum Verweilen, Geniessen und den Kontakt pflegen.

Die grosszügige Kapelle ist jederzeit zugänglich. Gottesdienste, Meditationen aber auch verschiedene Konzerte sind "Seelenbalsam" im Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner.

 

 

Im Elisabethenheim wird gewohnt und gearbeitet. Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende erzählen.

 

Gottfried N., Bewohner

Herr über Hasen

Sie heissen Flöckli und Bäbeli und sind das Ein und Alles von Gottfried N. Der 76-jährige hegt und pflegt die beiden Zwerghasen, seit er vor zwei Jahren ins Elisabethenheim gezogen ist. Gottfried N. mochte schon immer Tiere. Als kleiner Junge passte er auf die Ziegen seines Vaters auf. An seine Kindheit in Bärschwil im Kanton Solothurn erinnert er sich genau, an den langen Schulweg den er zusammen mit einem Gspänli zurücklegte, an das Stück Brot und die Tasse Milch die es zum Frühstück gab. Die Natur war stets sein liebster Raum - das hält er auch im Elisabethenheim so. "Ich bin immer unterwegs", erzählt er mit gewitzten Blick aus seinem braunen Augen. "Ich spaziere viel im Wald, beobachte Rehe, setze mich auf einen Baumstumpf." So kräftig wie einst sei er leider nicht mehr, aber seine Verpflichtungen hielten ihn auf Trab. Mit Verpflichtungen meint der frühere Automechaniker und Chauffeur natürlich seine Hasen: "Wenn ich ums Eck komme, springen die Hasen sofort hoch." Freunde und Bekannte bringen Gottfried N. oft Futter für die Hasen mit. "Manchmal ist auch ein Leckerbissen für mich dabei", sagt er und lacht.

  

Berta R., Bewohnerin

Ich bin so alt, wie ich mich fühle

Am liebsten mag Berta R. die Aussicht auf die Rigi. Denn auf diese ist sie als Kind mit dem Vater gewandert. Im September 1929 kam sie als Älteste von neun Kindern in Küssnacht am Rigi auf die Welt. Die heute 85-jährige sagt nicht ohne Humor: "Ich bin so alt, wie ich mich fühle. Und eigentlich fühle ich mich nicht älter als 60." Sie lebe im zweiten Jahr im Elisabethenheim. Besuch bekomme sie von Sohn und Enkelkindern." Es gefällt mir gut hier. Die Atmosphäre ist schön und friedlich." Was Berta R. sehr gerne macht: sitzen und studieren. "Ich war die beste Aufsatzschreiberin in der Schule", erinnert sie sich. "Doch studiert haben meine Brüder. Als Älteste musste ich Geld verdienen." Sie hat sich das Schreiben zum Hobby gemacht und trainiert so ihren Kopf. Daneben liest sie viel, strickt ein wenig oder stickt. Und denkt an die Zeit zurück, als sie im Landtheater Küssnacht lustige und ernste Rollen spielte: Um Theater zu spielen, wäre sie gerne noch einmal tatsächlich jung.

 

Frau L., Angehörige

Man hat sehr gut zu meiner Mutter geschaut

Eine Angehörige, die gerade ihren Vater ins Elisabethenheim bringt und deren Mutter vor zwei Monaten hier gestorben ist, erzählt: "Meine Mutter kam direkt vom Spital als Pflegefall hierher. Ich staunte, wie schnell alles klappte." Nun ist der 94-jährige Vater hier, nachdem er nach dem Tod seiner Frau zuerst zwei Monate bei der Tochter gewohnt hat. Die Tochter ist froh, ihren Vater ins Elisabethenheim bringen zu können, denn: "Sie haben sehr gut zu meiner Mutter geschaut." Man habe sie gut gepflegt und auch respektiert, als die Mutter keine Medikamente mehr nehmen und einfach sterben wollte. Die Tochter ist überzeugt, dass man sich für ihren Vater Zeit nehmen wird: "Mal mit ihm spazieren gehen beispielsweise." Der Vater sehe und höre nicht mehr so gut und setze sich deshalb gerne mit Kopfhörern vor den Fernseher. "Das ist sein Wichtigstes." Der Leitsatz des Heims: "Jeder darf sein, wie er ist", stimmt die Tochter positiv. Auch, dass auf der Abteilung alle sofort den Vater begrüssen. "Hier geht man auf die Leute zu. Ich denke das kommt gut."

 

Lucie E., Pflegefachfrau

Hier kann ich eine Bindung aufbauen

Anderthalb Jahre ist es her, dass Lucie E. ihre Arbeit als Pflegefachfrau im Elisabethenheim aufnahm. "Ich wollte nicht ins Spital", erzählt die gebürtige Tschechin, die der Liebe halber in die Schweiz gekommen ist. "Im Pflegeheim kann man eine Bindung zu den Patienten aufbauen." Die 26-jährige erklärt: "Hier lerne ich die Menschen kennen, weil es die gleichen bleiben." Sie unterstütze gerne ältere Leute: "Viele haben Angst und möchten sich nicht alleine fühlen." Lucie E. weiss: "Nicht alle erzählen von sich, aber einigen ist es ein grosses Bedürfnis." Weshalb sie häufig mit den Bewohnerinnen und Bewohnern rede. Zudem beinhalte ihre Arbeit die tägliche Pflege, das Richten der Medikamente, das Organisieren der Arztvisite. Die Pflegefachfrau aus Tschechien ist für den Tag- und Nachtdienst eingeteilt - sie mag diesen Wechsel. "Nachts ist man für das ganze Haus zuständig und lernt alle Bewohner kennen. Die Leute sind anders in der Nacht. Oft brauchen sie mehr seelischen Zuspruch. Aber es kann auch sehr ruhig sein."